Ausfallregelung | Osteopathie & funktionelle Medizin Burkholder

Praxisinformation

Ausfallregelung

Werte Patientinnen und Patienten,

damit Sie wissen, woran Sie sind: Hier erklären wir, warum wir nicht wahrgenommene Termine in Rechnung stellen – und auf welcher Rechtsgrundlage das geschieht.

Das Wichtigste in Kürze

Bis 24 Stunden vorher

Sagen Sie Ihren Termin mindestens 24 Stunden vorher ab, entstehen Ihnen keine Kosten.

Später oder gar nicht

Können wir den Termin nicht anderweitig vergeben, stellen wir den Betrag der gebuchten Leistung in Rechnung.

Die Praxis Osteopathie und funktionelle Medizin Burkholder, im Folgenden PRAXIS BURKHOLDER genannt, stellt wie andere vergleichbare Behandlungseinrichtungen auch ihren Patienten für den Fall, dass von diesen Behandlungstermine nicht wahrgenommen oder nicht rechtzeitig (mindestens 24 Stunden vor dem Behandlungstermin) abgesagt werden, den Betrag der gebuchten Leistung in Rechnung.

Obwohl dies gängige Praxis ist, ist diese Vorgehensweise bereits mehrfach bei Betroffenen auf Unverständnis und Ablehnung gestoßen. Wir wollen deshalb an dieser Stelle den Grund und die Rechtsgrundlage für diese Vorgehensweise näher erläutern.

  1. Mit der Terminvergabe entsteht ein Behandlungsvertrag

    Sobald ein Patient hier im Hause einen Behandlungstermin vereinbart, kommt ein Behandlungsvertrag in Form eines Dienstvertrages gemäß den §§ 611 ff BGB zwischen der PRAXIS BURKHOLDER und dem betreffenden Patienten zustande. Der Patient unterbreitet PRAXIS BURKHOLDER ein Angebot zum Vertragsschluss (Bitte um Terminvereinbarung), das durch die Benennung eines konkreten Termins seitens PRAXIS BURKHOLDER schlüssig angenommen wird.

    Hierdurch kommt ein Dienstvertrag gemäß § 611 BGB wirksam zustande; die Einhaltung einer besonderen Abschlussform (zum Beispiel Schriftform) ist nicht erforderlich. Der Vertrag kann auch fernmündlich geschlossen werden.

  2. Beide Seiten übernehmen damit Pflichten

    Aufgrund des wirksam geschlossenen Vertrages ist die PRAXIS BURKHOLDER verpflichtet, die für die Behandlung erforderlichen Räumlichkeiten, Behandlungsmaterialien und Therapeuten zur Verfügung zu stellen. Des Weiteren muss ausreichend Behandlungszeit reserviert werden. Im Gegenzug erhält PRAXIS BURKHOLDER den vereinbarten Vergütungsanspruch für die Behandlung.

    Der Patient ist vertraglich berechtigt, die Behandlung von PRAXIS BURKHOLDER einzufordern. Er ist verpflichtet, den Vergütungsanspruch zu bezahlen.

  3. Wird der Termin nicht wahrgenommen, greift § 615 BGB

    Nimmt der Patient, gleich aus welchem Grunde, den vereinbarten Behandlungstermin nicht wahr, so spricht das Gesetz von Annahmeverzug des Gläubigers (hier: des Patienten). Was in diesem Fall mit dem Vergütungsanspruch geschieht, regelt das Gesetz in § 615 S. 1 BGB.

    Die PRAXIS BURKHOLDER wird, bezogen auf den versäumten Behandlungstermin, von ihrer Pflicht zur Behandlung befreit, behält aber ihren Vergütungsanspruch gemäß § 615 S. 1 BGB. Der Inhalt dieses Paragraphen lautet:

    „Kommt der Dienstberechtigte mit der Annahme der Dienste in Verzug, so kann der Verpflichtete für die infolge des Verzugs nicht geleisteten Dienste die vereinbarte Vergütung verlangen, ohne zur Nachleistung verpflichtet zu sein."

    § 615 Satz 1 BGB

    Der Grundgedanke des Gesetzes ist der, dass der Dienstleister im Rahmen seiner Erwerbstätigkeit auf den Vergütungsanspruch angewiesen ist. Er stellt Zeit, Personal, Räumlichkeiten und Behandlungsmaterialien zur Verfügung. Es sind also kostenintensive Dispositionen zu treffen. Er soll deshalb seinen Vergütungsanspruch nicht aufgrund von Vorkommnissen verlieren, die im Risikobereich des Dienstberechtigten (hier: des Patienten) liegen.

    Der Vergütungsanspruch bleibt daher unabhängig davon bestehen, ob der Patient schuldlos an der Wahrnehmung des Termins gehindert war oder ob ein schuldhaftes Verhalten zugrunde lag.

  4. Wie wir damit in der Praxis umgehen

    Aus den obigen Ausführungen ergibt sich, dass auch im Falle der Nichtwahrnehmung oder Absage eines vereinbarten Behandlungstermins der Vergütungsanspruch für diesen Termin grundsätzlich bestehen bleibt. Allerdings sind wir gemäß § 615 S. 2 BGB verpflichtet, das durch die Nichtwahrnehmung des Behandlungstermins frei werdende Behandlungspotenzial anderweitig zu nutzen und den Termin möglichst mit anderen Patienten zu belegen. Soweit dies gelingt, kann und wird der Vergütungsanspruch gegen den säumigen Patienten nicht realisiert.

    Darüber hinaus sehen wir von der Geltendmachung des Vergütungsanspruchs generell dann ab, wenn der Behandlungstermin 24 Stunden vorher abgesagt wird.

    Auf der anderen Seite muss der Vergütungsanspruch immer dann geltend gemacht werden, wenn der Patient ohne jede Rücksprache einfach zum Behandlungstermin nicht erscheint. Die PRAXIS BURKHOLDER hat in diesem Fall grundsätzlich keine Möglichkeit, den Termin anderweitig zu vergeben. Wird der Termin zwar abgesagt, dies aber nicht 24 Stunden vorher, so sind wir bemüht, den Termin an andere Patienten zu vergeben. Soweit dies nicht gelingt, muss auch in diesem Fall der Vergütungsanspruch geltend gemacht werden.

Wir danken für Ihr Verständnis.

Sie können einen Termin nicht wahrnehmen? Sagen Sie ihn bitte rechtzeitig ab – telefonisch oder über Ihre Buchungsbestätigung. So kann jemand anderes den Platz nutzen.